Giugiaro, Gandini, Fioravanti: mit diesen Namen hatte ein heranwachsender Mensch in den Siebzigern und Achtzigern im Prinzip fast schon alle Trümpfe in der Hand, die das Autokarten-Quartett hergab. Er wusste nur möglicherweise nichts davon, weil die Namen der Autos, die diese Männer entworfen hatten, noch viel klangvoller waren. Sie lauteten De Lorean DMC-12, Lamborghini Miura oder Ferrari 308. Dass letzterer Tom Selleck in „Magnum“ als Dienstwagen diente, während der De Lorean in „Zurück in die Zukunft“ sogar sogar Raum-Zeit-Kontinuum überwinden konnte, machte diese Wagen nur noch phantastischer. Continue reading
Author Archives → Peter Richter
Minsk in Potsdam
Mehr als zwei Stunden hatte die letzte Stadtverordnetenversammlung in Potsdam schon gedauert, es war gerade um die Wohnungsbauentwicklung in der stark wachsenden Nachbarstadt von Berlin gegangen, als Christian Seidel ans Mikrofon trat und etwas Bemerkenswertes sagte.
Seidel, muss man dazu wissen, hat nach der Wende viele Jahre lang für die SPD den mächtigen Bauausschuss geleitet, er wurde gelegentlich als Stadtbaudirektor Potsdams bezeichnet. Und obwohl Seidel seine Ämter inzwischen niedergelegt hat, erbat er sich ein Rederecht, bevor die Stadtverordneten über Tagesordnungspunkt 6.10 debattieren würden. Er begann mit dem Vorwurf des „Abrisswahns“, der in Potsdam grassiere. Den wies er zurück. Continue reading
Angst vorm Fikkefuchs?
Diese Woche kommt eine Komödie ins Kino, die viele Menschen erheitern und verstören wird, einige allerdings nur erheitern, einige nur verstören. Gab es schon mal so viel zu lachen in einem Film aus Deutschland? Gleichzeitig gab es womöglich noch nie so viel zum Fürchten und Sich-Schämen. Und es sind dann gar nicht so sehr die dosierten Brachialszenen; es sind so peinhaft die Dialoge und Monologe, die klingen, als habe ein Drehbuchautor Diamanten auf der Straße gefunden. Continue reading
Joel Meyerowitz
Und wenn die Fotos von Joel Meyerowitz doch nicht so großartig sind, wie sie diese Berliner Retrospektive einen glauben machen will? Die wiederum ist nämlich so großartig, auf jeden Fall aber so groß, dass sie selbst diesen Blickwinkel zulässt, ohne dass sich dabei jemand langweilen muss. Continue reading
Ostdeutsch, maskulin
Irgendwann Ende Juni, also ungefähr sechs Monate nach den Wahlen in den USA und drei Monate vor den Wahlen in Deutschland, saß der amerikanische Germanist Eric Jarosinski im Brooklyn Bavarian Biergarten und erzählte Bemerkenswertes. Continue reading