Da ist sie endlich wieder, Cate Blanchett als Grundschullehrerin, mit lieb ausgefranstem Pony, aber strengem Pädagogenton gegenüber ihren Erstklässlern: „Ich möchte, dass ihr euch merkt, was Jean-Luc Godard gesagt hat, okay?“ Die Klasse bejaht im Chor. Und Lehrerin Blanchett schreibt ihnen an die Tafel, dass es nicht darauf ankomme, wo man die Dinge hernehme, sondern was man aus ihnen mache. Darüber steht schon „Nothing is original“, ein Leitsatz von Jim Jarmusch. „Also klaut bitte von allem, was euch inspiriert oder eure Fantasie anregt, okay?“ Klasse: „Okay!“
„Nothing is Original“ ist jetzt auch der Titel dieser – allerdings sehr originellen – Werkschau von Julian Rosefeldt im C/O Berlin, der es vor mittlerweile auch schon wieder zehn Jahren geschafft hatte, die in Hollywood nicht gerade unterbeschäftigte Schauspielerin Cate Blanchett dafür zu gewinnen, nicht nur als Lehrerin, sondern auch als Rocksängerin, als Fox-News-Grinsekatze, als obdachloser Mann und in etlichen anderen Rollen künstlerische Manifeste aufzusagen. Continue reading