Smalltalk darüber, wie man möglichst gesund und möglichst lange lebt, ist eigentlich ja nichts Ungewöhnliches. Im Westen von Los Angeles oder im südlichen Prenzlauer Berg entfallen schätzungsweise die Hälfte aller Gespräche darauf. Und eigentlich gilt das Thema nicht als Grund zur Sorge, eher als Teil der Vorsorge. Trotzdem rollen geradezu Wellen des Grusels über den Globus, seit Wladimir Putin und Xi Jinping vor einer Woche am Rande einer Militärparade in Peking durch ein offenes Mikrofon dabei zu hören waren, wie sie über die medizinischen Aussichten auf die Unsterblichkeit des Menschen plauderten.
Der chinesische wie der russische Präsident sind immerhin jeweils 72 Jahre alt. Xis Bemerkung, dass Leute früher mit 70 als alt galten, heute hingegen fast noch als Kinder, ließ sich dabei noch als milde Selbstironie verbuchen. Als gespenstischer wurde Putins Entgegnung empfunden, „mit der Entwicklung der Biotechnologie“ könnten „menschliche Organe kontinuierlich transplantiert werden“, wodurch „die Menschen immer jugendlicher leben und sogar Unsterblichkeit erlangen“ könnten. Kein Wunder, dass das inzwischen rund um den Erdball und quer durch das Internet kommentiert wurde, meist in einem Sarkasmus, der ein Erschrecken zu bemänteln hatte. Die Referenzen aus dem Kulturbereich des Dystopischen sind aber auch reich.