Tejas

Über: die Grenze in Texas - Mexican-American Trump-Wähler - Höllen

Der Mann stand am Strand als suche er was mit seiner Krücke. Aus Hosentaschen gerutschte Vierteldollars vielleicht. Er sagte, da komme man jetzt nicht weiter. Es waren Reifenspuren im Sand, südwärts, auf die Grenze zu. „Aber jetzt ist Flut“, sagte er, „und man braucht einen Geländewagen“. Wenn er sprach, sah man Blut auf seinen Zähnen. Rot war auch sein T-Shirt. Auf dem T-Shirt war das Gesicht von Bernie Sanders.

Skippy, sagte der Mann. Er heiße Skippy Brown. Continue reading

Fred Turner on Tech+Trump+LSD

Über: das Silicon Valley - Trump - LSD

Im Museum von Berkeley ist jetzt „Hippie Modernism“ zu sehen, eine Schau darüber, wie Kommunen und psychedelische Drogen vor allem in Kalifornien eine Moderne geprägt haben, auf der auch die Digitalwirtschaft des Silicon Valleys fusst. Unweit von der Ausstellung kam es am vergangenen Wochenende zu Gewaltausbrüchen zwischen Unterstützern und Gegnern von Donald Trump. Eine Autostunde weiter südlich in Palo Alto, der Welthauptstadt des Internets, sitzt ein Mann, der sagen kann, wie das beides zusammenhängt: Fred Turner ist Ordinarius für Kommunikationswissenschaft der Universität Stanford.

Sie haben sich als Ideenhistoriker des Silicon Valley einen Namen gemacht. Lässt sich nach anderthalb Monaten Trump im Weißen Haus allmählich absehen, wie sich „das Valley“ zu dieser Präsidentschaft verhalten wird? Continue reading

Inauguration

Über: Bikers for Trump - Deplorables - Women's March

Gibt es etwas Gemütlicheres als den Anblick eines Menschen, der Qualm aus einem Stumpen nuckelt?

Es ist nur so, dass Matt Sisson seine Zigarre in Sichtweite des Capitols in Washington raucht, während Donald Trump dort den Amtseid ablegt. Und Gemütlichkeit ist genau nicht das, was die amerikanische Hauptstadt rund um dieses Ereignis auszeichnet. Continue reading

MIAMI WEISS

Über: Alan Faena - Löcher im Kalk - Fische auf der Straße

Das Beste kommt noch, sagt der Mann in dem sehr weißen Anzug: Folgen Sie mir mal nach oben. Und dann folgt man dem weißen Anzug mal mit nach oben, und da oben, von einer Terrasse aus, liegt es vor einem: das Meer. Herrlich, nicht?

Ein paar Wochen davor hatte es diesen Riesenvollmond gegeben, Super Moon haben sie ihn genannt, und man hat ja in der Schule gelernt, was schon der normale Mond mit dem Meer macht. Beim Super Moon stand das Meer in den Vorgärten und war nicht herrlich. Autos schwammen durch die Straßen. Continue reading

Interview mit Tom Wolfe

Über: LSD - Krawatten - Kommunisten

Der Fahrstuhl hält fast ganz oben, pling: und dann steht da tatsächlich Tom Wolfe und trägt… na was wohl? Auch mit 85 kleidet sich der Mann unbeirrt wie ein Plantagenbesitzer, den es aus den Südstaaten in die große Stadt verschlagen hat. Sein Anzug ist so ausgesucht weiß wie seine RADO-Uhr und seine Haare. Der Rücken ist schon ziemlich schief mittlerweile. Wolfe sieht ein wenig aus wie Master Yoda, wenn er so von unten her leise kichernd mit einem redet. Sofas, in denen man versinkt. Definitiv kein Bauhaus-Geschmack. Upper East Side Plüsch. Überall Plakate von Hutfirmen. Am halbrunden Schreibtisch: Lampenschirme als Borsalinos. Der Anlass des Besuchs liegt auf dem Couchtisch: Sein legendäres Buch „Electric Kool-Aid Acid Test“ von 1968 ist vom Taschen Verlag als Prachtband neu aufgelegt worden. Wolfe blättert durch eines der Exemplare; er zeigt die wunderbaren Fotos, alle in schwarzweiß, denn Farben sahen ja schon die LSD-Jünger, um die es geht, mehr als genug. Er zeigt eine Zeichnung von Ken Kasey, sagt „typisch für die Ära!“ und „psychedelisch“ und „jede Menge Kreisel“, und er sagt: „Sie haben es so dermaßen exakt reproduziert, es ist verblüffend.“

Zeit, die harmonische Stimmung ein bisschen aufzukratzen.

Continue reading